Newsletter

Journal
Der Nahost-Konflikt aus Sicht derer, die ihn erleben
mehr lesen
...

Erich Kästner u. Walter Trier
mehr lesen
...

Zukunft denken
mehr lesen
...

Kafka
mehr lesen
...

Die Volljährigkeit naht, und dann?
mehr lesen
...

Weihnachtszeit
mehr lesen
...

Der Mann, der alles erfand - nur nicht sich selbst.
mehr lesen
...

Auch die Nacht hat eine Farbe
mehr lesen
...

Bekenntnisse eines Außerirdischen
mehr lesen
...

Das Gespräch mit Anne Freytag
mehr lesen
...

Sie sind hier: Gespräche#601

Gespräche



 30.03.2023 - Das Gespräch mit Diana Hillebrand 



Autorin Diana Hillebrand

Im letzten Sommer wollten Diana Hillebrand und Bü+m sich für ein Gespräch treffen, doch Corona und die Pandemie hatte es vereitelt. So sind wir happy, dass dieses Gespräch jetzt im März 2023 nachgeholt werden konnte.


Diana Hillebrand schreibt Kurzgeschichten und Fachbücher für Erwachsene, Fachartikel, Kinderbücher und Stadt- und Museumsführer für Kinder. Das Buch „Paula und die Tierpark-Reporterin“ lässt den Tierpark Hellabrunn in München unvergessen werden. Außerdem hat Diana Hillebrand 2006 hat die Wort Werkstatt SCHREIBundWEISE gegründet und gibt Schreibkurse für kreatives Schreiben. Der Roman: „Wo das Glück auf Wellen tanzt“ (KNAUR Verlag) ist ein fesselnder Roman, in dem über das Leben/Glück philosophiert wird, und ist gleichzeitig eine so warmherzige Liebesgeschichte ohne Peinlichkeiten. Das aktuelle Buch der Autorin „ISARRAUSCHEN. Münchner Kurzgeschichten“ ist im VOLK Verlag München erschienen.


Nach Ihrem sehr schönen Roman, Frau Hillebrand
„Wo das Glück auf Wellen tanzt“, ist nun das Buch „Isarrauschen“ erschienen. Ein Buch mit unerwarteten Begegnungen, mit allerlei Menschen, und mit überraschendem Ende der einzelnen Geschichten. Das ist „Isarrauschen“.
Frau Hillebrand, Sie auch live zu hören, ist ein großes Vergnügen, wie auf der Lesung Anfang Mai 2022 in der Buchhandlung Buch&Bohne, wo Ihnen das Publikum gebannt zu hörte. Das Schmunzeln im Publikum gab dem Recht. Es muss nicht immer ein dicker Wälzer sein, um sich vom Alltag ablenken zu lassen, „Isarrauschen“ ist genau das richtige. Wie kamen die 18 Geschichten zusammen?

Ich habe ein Notizbuch, in dem ich immer bestimmte Sachen aufschreibe, die mich neugierig machen. Es ist schon Jahre her, da habe ich in der Süddeutschen Zeitung gelesen, warum es so schwer ist, nachts eine Leberkäs-Semmel zu kaufen, und dachte, das stimmt und schrieb es ins Notizbuch. Oder die verrückte Geschichte von einer Mieterin, zu der der Vermieter kam und ihr mitteilte, dass sie ein Zimmer mehr bekommt. Das sind Geschichten, die hab‘ ich nicht erfunden, und ich dachte mir, was wäre, wenn…. und so sind die Geschichten entstanden.
Ich sammle ständig Ideen für Kurzgeschichten, von denen ich weiß, irgendwann mache ich etwas daraus, die bunte und unterschiedliche Gesellschaft in München darzustellen.

Wie sieht Ihr kreatives Schaffen aus?

Mein Arbeitsablauf? Ich habe ein strukturierts Arbeiten. Ich fange morgens an und arbeite an meinen Buchprojekten. Mittags koche ich, bin Mama, wenn mein Kind aus der Schule kommt, ist das Essen fertig und am Abend mache ich Planung für die Workshops oder Lesungen usw. Das mache ich kontinuierlich jeden Tag. Wobei ich auch manchmal am Wochenende schreibe, wenn ich eine Idee habe, oder wenn es sein muss.

Ganz ungestört?
Ja, und wenn es nicht so sein sollte, gehe ich ins Café und schreibe dort. Ich halte mich gerne in Cafés auf. Immerhin habe ich ein schönes Buch über Münchner Cafés geschrieben, ebenso auch eins über Cafés im Umland. Übrigens, es sind immer Cafés mit einer richtig guten Espresso-Maschine.

Sie leiten eine Schreibwerkstatt, und das schon sehr lange – was für ein Feedback bekommen Sie?
Ich war selber überrascht, wie gut die Schreibwerkstatt angenommen wird. Die mache ich seit 2006, und bekomme durchweg ein gutes Feedback.

Woran liegt das?

Es gibt Leute, die sind von Anfang an bei den Schreibkursen dabei. Es liegt daran, dass das Schreiben nicht monoton wiederholt wird. Ich bringe ständig neue Aspekte mit und lasse den Teilnehmern die Freiheit, sich selbst zu entfalten, ich greife nicht in ihren Stil ein. Natürlich wird besprochen und diskutiert, wie man die Texte besser machen kann, das möchten die Teilnehmer ja lernen. Es gibt immer wieder Leute aus den Kursen, die Bücher veröffentlicht haben.

Da gibt es doch noch den Podcast, hat der auch Erfolg?
Den Podcast gibt es alle zwei Wochen mit Wolfgang Tischer, Der ist Literatur-Kritiker. Wir treffen uns virtuell über Zoom. Es gibt vorher keine Absprache, wir bestimmen einfach ein Thema – zum Beispiel „Bibliotheken“ und reden dann über das Thema Bibliotheken eine Stunde lang. Auf der Webseite. https://www.schreibzeug-podcast.de/, kann man den Podcast anhören. Mittlerweile haben wir 42 Folgen und über 42000 Zugriffe.
Chapeau

Wo kann man Sie als Schriftstellerin erleben?
Man kann mich auf Lesungen erleben, man findet mich auch im Internet auf mehreren Webseiten von mir. https://www.diana-hillebrand.de/. Jetzt, im April 2023, bin ich auch auf der Leipziger Buchmesse, das gleich doppelt gebucht, mich als Dozentin und mit den Podcasts.

Lange mussten Ihre Fans auf einen Roman warten. Der Roman „Wo das Glück auf Wellen tanzt“. Eine zauberhafte Geschichte über das Glück. Warum so lange warten?
Ich habe eine einfache Arbeitsweise, ich schreibe immer das, was ich schreiben will. Vorgaben hindern mich. Ich kann mich nicht in irgendwas zeitlich oder genremäßig reindrängen lassen, es kommt wie es kommt. Jetzt war das Buch „Isarrauschen“ dran. Das habe ich sehr gerne gemacht. Vor dem Roman „Wo das Glück auf Wellen tanzt“ habe ich sieben Kinderbücher geschrieben. Bekannt ist sicher „Paula und die Tierpark-Reporterin“.

Ja, ich erinnere mich an ein schönes Bü+m Gespräch 2015 über das Buch.

Wie kamen Sie auf den Plot mit Paula?
Da gab es einen Anlass, es war der 100. Geburtstag von Hellabrunn.
Aber es sind immer die Menschen, auf die ich mich konzentriere. Es sind immer die Figuren, die mich reizen, ihre Biographien, die der Anfang einer Geschichte sind. Ich mag die zwischenmenschlichen Untertöne.

Eine der Stärken in „Wo das Glück auf Wellen tanzt“ sind die großartig gezeichneten Charaktere. Gibt es reale Vorbilder?

In den Romanen ist ja immer ‘was von einem selbst drin.

War das Schreiben ein Vergnügen?
Ja immer. Schreiben ist für mich ein Vergnügen. Das ist mein Ventil, und Schreiben ist für mich Entspannung.

Vor dem Buch ist nach dem Buch“, so sagen Sie es, Frau Hillebrand. Wir freuen uns sowieso auf neue Geschichten. Vielen Dank für das Gespräch.


©Steffi.M.Black 03/2023 (Text)
©Jürgen Hillebrand (Bild)